News Alle reden über Krankheiten, wir sprechen über das Rauchen.

Was wir tun

Schärfung der öffentlichen Wahrnehmung

Das Rauchen bestimmt die öffentliche Diskussion. Leider wissen viele Experten und Journalisten über das Rauchen nicht Bescheid und halten daher Nebendebatten am Laufen - meist über Rauchverbote und die Folgen des Rauchens. Die DGNP meint, dass diese Diskussionen beim Kampf gegen das Rauchen nicht weiterhelfen. Selbst die engagierte Arbeit vieler Nichtraucherorganisationen geht am Thema vorbei. Warum?

Beispiel Diskussion um Rauchverbote. Die meisten Raucherinnen und Raucher haben nach Erkenntnissen der DGNP zwei Stimmen im Kopf: „Ich rauche gern“ und „Ich will aufhören“. Dieser Kampf im Kopf ist der Grund dafür, dass es beim Aufhören nicht um Willensstärke geht. Und er ist der Grund dafür, dass Druck jeglicher Art zu Trotz führt. Viele Experten und Aktivisten, die nie geraucht haben, verstehen das nicht. Sie meinen, sie könnten mit Druck, Zwang und Polemik etwas gegen das Rauchen tun. Doch mit dem Rauchen aufzuhören, ist eine Entscheidung: Das wissen die meisten Ex-Raucherinnen und Ex-Raucher aus eigener Erfahrung - fast jeder kennt Menschen, die einfach so durch eine klare Entscheidung aufgehört haben. Wer sich klar entscheidet, mit dem Rauchen aufzuhören, braucht dazu kein Verbot, und das Aufhören fällt ihm auch nicht schwer. Und wer nicht aufhören will, weil in seinem Denken weiterhin zwei Stimmen miteinander kämpfen, fühlt sich durch Verbote unter Druck gesetzt. Gewiss lassen sich einige Raucher, die ohnehin kurz vor der Entscheidung stehen, durch Verbote zum Aufhören bringen. Doch positive Motivation etwa durch Seminare ist nach Ansicht der DGNP wirkungsvoller.

Beispiel Kräuterzigaretten: Eine Zeitung fragt bei Krebsexperten nach, ob Kräuterzigaretten (nikotinfrei) zum Aufhören sinnvoll seien. Antwort der Experten: Nein, denn auch Kräuterzigaretten seien nicht gesund. Wer sich mit dem Thema auskennt, weiß: Die Zeitung fragt nach Äpfeln (Sucht/Aufhören), und die Experten antworten mit Birnen (Krankheit). Die DGNP beantwortet diese Frage genauer: Kräuterzigaretten helfen nicht beim Aufhören. Erstens geht es bei der körperlichen Abhängigkeit um Nikotin (Philip Morris 1972: „Noch nie wurde jemand ein Raucher, indem er nikotinfreie Zigaretten geraucht hat“). Jeder Raucher, der zuletzt vor einem dreistündigen Film eine Zigarette geraucht hat und jetzt aus dem Kino kommt, weiß: Eine Kräuterzigarette hilft ebenso wenig wie ein Trinkhalm. Zweitens bleibt durch die Kräuterzigarette die psychische Abhängigkeit länger bestehen, da man die Rituale des Rauchens weiter praktiziert, anstatt freudig nach vorne zu blicken.

Die DGNP meint, dass sich diese Gesellschaft nicht weiter mit Nebendebatten aufhalten lassen, sondern über das Rauchen selbst sprechen sollte. Und dass Experten und Gesellschaft für eine fundierte Diskussion übers Rauchen das entsprechende Wissen über die wirklichen Zusammenhänge des Rauchens benötigen. Es ist notwendig, das Wissen übers Rauchen zu multiplizieren und die vielen Details zum Thema Rauchen zu differenzieren. Insofern steht die DGNP Experten und Öffentlichkeit als Informationsquelle zur Verfügung.