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Übers Rauchen

Warum ist Rauchen nicht nur eine Angewohnheit?

Weil uns nichts fehlt, wenn wir einer Angewohnheit nicht nachkommen. Rauchern dagegen fehlt etwas, wenn sie eine Weile nicht geraucht haben: Sie sind unruhig und haben ein inneres Leeregefühl, das vom Rauchen kommt und das Nichtraucher nicht haben. Dieses Leeregefühl können sie mit einer Zigarette kurz wegrauchen. Dadurch entsteht es in kürzerer Zeit bald wieder.

Dass manche Raucher über Tage nicht rauchen müssen, schränkt diese Aussage nicht ein: Das Leeregefühl infolge des sinkenden Nikotinpegels ist so schwach, dass es Raucher nicht einmal weckt – während die meisten Raucher tagsüber im Abstand von 30 bis 180 Minuten regelmäßig Nikotin brauchen, machen sie nachts einen halben Entzug durch. Gelegenheitsraucher zeigen schlicht, dass man mit dem Rauchen aufhören kann, wenn man dem lästigen Leeregefühl gedanklich keine allzu große Bedeutung einräumt. Raucht man aber wieder eine Zigarette, beginnt die Kettenreaktion von neuem.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen einer Sucht und einer Angewohnheit ist, dass Angewohnheiten übersättigen, Suchtmittel aber nicht. Niemand könnte sich vorstellen, sein Leben lang mehrmals täglich sein Lieblingsessen zu essen – schon nach drei Tagen hätte man genug davon. Mehrmals täglich hingegen zu rauchen, ist für die meisten Raucher selbstverständlich – es fehlt ihnen ja auch etwas ohne Zigaretten.

Ist ein Suchtmittel also eine Substanz, ohne die einem etwas fehlt? Fast. Nach dieser These wäre auch Wasser ein Suchtmittel, was aber nicht so ist – es ist lebensnotwendig. Das bedeutet, es kommt noch ein Aspekt hinzu: Ein Suchtmittel ist eine Substanz, ohne die einem etwas fehlt, obwohl diese Substanz zum Leben nicht nötig ist.